Lange Zeit hörte ich in Bildungskreisen den Vorwurf, dass die Videoplattform YouTube in keiner Weise für (Hoch-)Schule und Unterricht geeignet sei. Die NutzerInnen von solchen Videoplattformen würden sowieso nur ihre Zeit mit dem Konsum von unnützen Inhalten "vertrödeln". Nichtdesto trotz nutzen mittlerweile zahlreiche Lernende - so auch unsere Studierenden der Pädagogischen Hochschule des Kantons St.Gallen (PHSG), Studiengang Kindergarten und Primarstufe, YouTube für schulische Zwecke. Sei es, dass sie regelmässig Lerninhalte auf YouTube konsumieren oder gleich selber ihre selbstgefilmten Videos auf die Videoplattform YouTube hochladen:
Im Rahmen des Vertiefungsstudiums "Welt erleben und entdecken" haben nun zwei PHSG-Studenten ein Video über die Besichtigung der St. Margrether Unterwelt gedreht und auf YouTube hochgeladen. Gemeint sind mit der Unterwelt nicht Kellerräume oder Verliesse, sondern ein begehbarer Abwasserkanal.
Das Hochschulradio radiophsg (http://radiophsg.kaywa.ch) der Pädagogischen Hochschule des Kantons St.Gallen (PHSG) hat es geschafft: Bereits am zweiten Tag seit seinem Bestehen ist der Bekanntschaftsgrad an der Hochschule enorm gestiegen. Dies hat sicherlich mit den wirklich gut gemachten Radiobeiträgen der Studierenden zu tun, welche die Blockwoche zum Planspiel "Freie Schulwahl für unsere Kinder – kein Bildungsmonopol des Staates" medial begleiten.
Während der Blockwoche "Interdisziplinäre Studien" arbeitet ein Team von PHSG-Studentinnen und PHSG-Studenten unter der Regie von Radiomoderator Dominik Born für einmal als Medienschaffende. Ihr Auftrag ist es das Planspiel "Freie Schulwahl für unsere Kinder – kein Bildungsmonopol des Staates" mit Radiosendungen als Podcasts zu dokumentieren.
Die Radiosendungen werden jeweils über Mittag in der Mensa als Infobulletin über eine Audioanlage den Beteiligten hörbar gemacht. Zudem werden 2 Mal täglich kürzere Podcasts über die Gonganlage der Hochschule gesendet. Bereits am ersten Tag sind vier spannende Radiobeiträge entstanden. Abrufbar sind die Sendungen als Podcasts unter http://radiophsg.kaywa.ch. Ich wünsche guten Hörspass!
An der GMW06-Tagung hat Patrick Kunz von der Pädagogischen Hochschule St.Gallen (PHS) nachstehendes Abstract zu „Talking heads“: Köpfen oder ein sinnvolleres Leben geben? präsentiert:
Patrick, kannst du mir bitte nähere Informationen zu dieser Pilotanwendung geben - vielen Dank!
Videokonferenzsysteme und Diskussionsforen werden nun schon seit vielen Jahren in der Aus- und Weiterbildung genutzt. Diese Präsentation beschäftigt sich mit einem Pilotprojekt, bei welchem diese beiden Technologien zusammen mit der streaming Technologie verschmolzen werden: Aufgezeichnete, gestreamte Videokonferenz-Präsentationen werden in einer Kollaborationsplattform so integriert, dass sie dadurch interaktiver gestaltet werden können. Die Ergebnisse der hier vorgestellten Pilotstudie zeigen, dass das Zusammenfassen der drei Technologien 1.) Videokonferenz, 2.) asynchrone Diskussionsforen und 3.) streaming Video in ein und derselben Plattform einige interessante neue Möglichkeiten bietet. Die Erfahrungen einer Pilotanwendung sowie mögliche Anwendungs-Szenarien zeigen das Potenzial im Bildungsbereich von dieser neuen kombinierten Technologie auf.
Anregung zur Neustrukturierung der ICT@PHSG
Ein neues Institut für Medien und Schule (vgl. PHZ Schwyz) für die PHSG schaffen. Das neue Instutut ist ein spezialisiertes Kompetenzzentrum der Pädagogischen Hochschule des Kantons St. Gallen (PHSG) und arbeitet zum Nutzen der gesamten Bildungsregion und darüber hinaus.
Mögliche Aufgabenbereiche des Kompetenzzentrums:
- ist Partner für öffentliche oder private Institutionen, die Hilfe für die Mediennutzung in der Aus- und Weiterbildung suchen
- betreibt Grundlagen- und Anwendungsforschung
- übernimmt Entwicklungs- und Evaluationsaufträge
- erprobt Bildungsmedien und Konzepte für deren Nutzung
- bietet Beratung an und führt Weiterbildungen durch
Nachstehend einige Ideen zu einem möglichen Forschungsprojekt im ICT-Bereich. Weitere Ideen und Fragestellungen sowie Kommentare sind sehr erwünscht!
Idee 1:
"Pädagogisches-Berufspraxis-Netz" für JunglehrerInnen und alle Beteiligten an der Berufseinführung (PBPNet).
Idee 2:
"Früh-Englisch-Netz" für Lehrpersonen der Volksschule (FENet).
Bei beiden Ideen würde dieses "Netz" aus einer asynchronen und synchronen Plattform bestehen. Diese Plattformen könnten einerseits als Alternative zu Präsenzveranstaltungen eingesetzt und andererseits als Kooperations- und Kommunikationsplattform dienen. Neben einer einfach zu handhabenden asynchronen Plattform wie z.B. der Wiki-Server als "Sammeltopf" für Unterrichtsideen, Projekte, und dgl. könnte auch ein synchrones Tool wie z.B. Interwise insbesondere für Teile von Ausbildungssequenzen eingesetzt werden.
Fragestellungen:
- Wie kann ein solches "Pädagogisches Berufspraxis-Netz" oder "Frühenglisch-Netz" die Nutzer/innen möglichst effizient unterstützen?
- Wie lässt sich eine längerfristige Zusammenarbeit und Vernetzung der Lehrkräfte möglichst optimal gestalten?
- Wie müssen Beratungspersonen fürs Coaching ausbildet werden?
- Welchen Mehrwert bietet ein solches Netz allen Beteiligten, wo liegen seine Grenzen?
- Erprobung verschiedener didaktischen Modelle zu eLeraning (z.B. Sanchwich-Methode der PHZH: Vorbereiten statt Nachbereiten)?
...
Seit einigen Wochen beschäftige ich mich intensiver mit Online-Communities, Weblogs und Wiki-Webs. Bei meinen Recherchen über die Potentiale und Nutzungsmöglichkeiten von Weblogs bzw. von Moblogs für den Bildungsbereich bin ich m.E. auf ein wirklich hochinteressantes Forschungsfeld im ICT-Bereich für die PHR gestossen!
1_Was ist ein Weblog?
Ein Weblog, auch "Blog" genannt, ist die moderne Version der persönlichen Website, auf der man Bilder und Text sofort und ohne technische Vorkenntnis publizieren kann. Weblogs bestehen aus einzelnen kurzen Beiträgen, die über alles berichten, was die Weblog-AutorInnen interessiert bzw. was sie der Welt mitteilen möchten. Die Leser/innen des Weblogs können die Beiträge kommentieren oder sie in ihrem eigenen Weblog zitieren.
2_Was ist ein Moblog?
Moblog setzt sich zusammen aus "mobile" und "Weblog". Ein mobiler Weblog oder Moblog ist demnach ein Weblog, auf das via Handy oder PDA publiziert wird. Dadurch wird der Weblog Autor orts- und zeitunabhängig. Bei neueren Handys kann man die KAYWA Weblogs gleich auch im Handy lesen. Es genügt einfach "/mobile" an die Weblogadresse anzufügen (Bsp: http://waeber.kaywa.com/mobile).
3_Anwendungsmöglichkeiten:
Weblogs könnten für zahlreiche Funktionen im Bildungsbereich eingesetzt werden:
- Weblogs als Recherchemittel
- Weblogs als Schreibinstrument
- Weblogs und Gruppenarbeit
- Weblogs als informelles Kommunikationsmittel
- ...
4_Weblogs und ihre Nutzungsszenarien:
Zum einen gibt es Nutzungsszenarien die sich vor allem an Studierende richten, wie zum Beispiel:
- Weblogs für Student Communities
- Das persönliche Weblog
- Weblogs für Lerngruppen
- Ein Weblog als E-Portfolio
- Ein Weblog als Studien Journal
Andere Nutzungsszenarien richten sich an Dozierende sowie Studienbereiche oder an die gesamte Institution:
- Das Weblog für Wissenschaftler
- Das Weblog für Lehrveranstaltungen
- Ein Weblog für die Website eines Studienbereichs
5_Weblogs an Hochschulen
An einigen wenigen Deutschen und Österreichischen Hochschulen - vorwiegend an den Technischen Fakultäten - werden Anwendungsmöglichkeiten für Weblog in der Hochschullehre bereits erprobt:
- Zur Unterstützung der Koordination und Kommunikation werden an der FH Aachen im Fachbereich Design seminarbegleitend Weblogs geführt: http://seminare.design.fh-aachen.de
- Das Weblog zur Lehrveranstaltung Personal Webpublishing Systeme und Weblogs im Kontext von Lernen, Lehren und Wissensmanagment an der Fakultät für Medienpädagogik der Universität Augsburg informiert Teilnehmer über organisatorische Fragen und gibt inhaltliche Anregungen. Als Seminaraufgabe erstellen die Teilnehmer eigene Weblogs. Auch die Webseite des Lehrstuhls für Medienpädagogik ist in Form eines Weblogs gestaltet.
- An der Universität der Künste in Berlin werden mehrere studentische Weblogs geführt, die der informellen Kommunikation dienen.
- Die Weblog Umgebung ::Collabor :: wurde im Rahmen einer Lehrveranstaltung eingesetzt, die im Verbund zwischen der FHTW-Berlin, der Universität Linz und der Universität Salzburg durchgeführt wurde.
- ...
6_Idee zum Forschungsprojekt ICT: "Potentiale des Education Moblog der PHR"!
An der PHR könnten über eine Website alle am Forschungsprojekt beteiligten Lerngruppen und Dozierenden (z.B. während der Berufseinführung) ein persönliches Moblog eröffnen. Dieser persönliche Moblog könnte dazu dienen, die Unterrichtstätigkeit mit der Schulklasse (Alltag oder Besonderheiten) während der Berufseinführung zu dokumentieren sowie das eigene Lehren und Lernen zu reflektieren (Moblog als E-Portfolio oder Studien Journal). Wobei die Lochbucheinträge der Junglehrer/innen von anderen Mitstudierenden, den Mentoren oder auch von den Schüler/innen selbst Kommentare angefügt werden könnten. Mit dieser "persönlichen Website" könnte die gesamte Zeit der Berufseinführung (z.B. während zwei Jahren) dokumentiert werden; damit würde sich eine Fülle von Forschungsfeldern nicht nur im ICT-Bereich eröffnen:
Neben den Potentialen von Moblogs für diese Form der Berufsdokumentation könnten auch das Kommunikations- oder Problemlöseverhalten in bestimmten Unterrichtssituationen untersucht werden. Nicht zuletzt könnte erforscht werden, welchen Einfluss ein moderiertes bzw. nichtmoderierten Moblog (z.B. durch Mentoren oder Kolleginnen) hat. Welche Themen, Kategorien und Inhalte von den Junglehrkräften dokumentiert bzw. kommentiert werden. Welche Moblog-Varianten (Live Journale, MP3-Blogs, Bilder-Blogs, Erzähl-Blogs usw.) dabei entstehen. Ob und wie sie sich die Jungelehrpersonen untereinander mit ihrem Moblog verlinken bzw. ob sogar Moblog-Communities (kollaborative Moblogs) entstehen... Die wirklich relevanten Forschungsfragen müssten selbstverständlich noch formuliert werden.
7_Was spricht für den Einsatz von Moblogs an der PHR?
Bloggen ist vor allem bei jungen Frauen sehr beliebt (rund 65% aller Blogger sind weiblich). Für einen mobilen Blog spricht zudem, dass die meisten Studentinnen und Studenten der PHR sehr erfahrene Handynutzerinnen (SMS) sind. In den meisten Fällen ist zudem eine Kamera im Handy bereits eingebaut, damit neben Texten sofort auch Bilder (später eventuell Filmausschnitte) während der eigenen Unterrichtstätigkeit und nicht erst im Nachhinein Zuhause im Moblog publiziert werden können. So bietet beispielsweise der Netzanbieter Orange mittlerweile auch sehr vorteilhafte Konditionen für das Mobloggen an. Selbstverständlich kann ein Moblog auch mittels Notebook und einem Browser bedient werden, so dass keine zusätzlichen Kosten anfallen. Eine Herausforderung dürfte allerdings sein, solche Moblogs technisch selber anzubieten. Kommerziell kann derzeit über die Internetfirma Kaywa (www.kaywa.ch) ein solches Moblog gemietet werden. Einen so genannten Education Blog bzw. Bildungs-Moblog gibt es m.W. noch nicht! Sofern ich diese Idee weiter verfolgen soll, werde ich bei Kaywa zu Demonstrationszwecken einen Moblog ("small business". der Teamblog mit Passwortschutz und eigener Domain) für ein Jahr für Fr. 250.- mieten, dies um selber erste Erfahrungen sammeln zu können.
Damit würde der Moblog zu einem virtuellen Abbild des Unterrichtgeschehens, an dem alle teilhaben und voneinander lernen können! Lehren und Lernen wird zunehmend mobiler - Mobile Learning!
Soviel von der ICT-Forschungsfront :-)
PS: Mittlerweile haben auch die klassischen Medien wie Zeitschriften das Phänomen "Weblog" entdeckt. Ein Artikel zu Weblogs findet sich im heute erschienen Migros Magazin 6, 8. Februar 2005.