<?xml version="1.0"?>
<!DOCTYPE wml PUBLIC "-//WAPFORUM//DTD WML 1.1//EN" "http://www.wapforum.org/DTD/wml_1.1.xml">
<wml xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head><meta http-equiv="Content-Type" content="text/vnd.wap.wml;charset=ISO-8859-1"/></head><card id="main" title="KAYWA"><p><big>bodensee edublog</big><br/>learning with media &#38; web for the future<br/></p><p><small>09.5.2007,&#xA0;09:21</small><br/><b><a href="http://edublog-phr.kaywa.ch/mobile/game-based-learning/no-title-9.html">F&#xF6;rderpreis f&#xFC;r Florian A. Schmidt (2006): Parallel Realit&#xE4;ten</a></b></p><p>Der Text von Florian A. Schmidt zu&#xA0;Parallel Realit&#xE4;ten hat den Wilhelm Braun-Feldweg F&#xF6;rderpreis "Designkritische Texte" erhalten und wurde im Niggli-Verlag ver&#xF6;ffentlicht.
In seinem Text gibt Florian A. Schmidt einen spannenden Einblick in die sozio&#xF6;konomischen Zusammenh&#xE4;nge computergenerierter Welten wie "Second Life" oder "World of Warcraft" - f&#xFC;r die einen eine eher abseitige Spiel und Lebensform zwischen "Avataren" und "Linden Dollars", f&#xFC;r die anderen eine der gegenw&#xE4;rtig m&#xF6;glichen parallelen Realit&#xE4;ten. Im Res&#xFC;mee der Jury heisst es: "Der scheinbar m&#xFC;helos geschriebene Text r&#xE4;umt mit dem Trugschluss auf, dass die In-Game-Welten nur in den Vorstellungen der User existieren. Die parallelen Realit&#xE4;ten haben in der Tat l&#xE4;ngst unsere Welt erreicht (...)."
Lesenswert ist auch die Einf&#xFC;hrung von Francois Burkhardt.&#xA0;Der Text "Parallel Identit&#xE4;ten. Ein Einblick in die Funktion, Design und Bedeutung&#xA0;computergenerierter Welten" ist&#xA0;nicht nur f&#xFC;r Design-Interessierte sehr empfehlenswert. Nachstehend einige Textausz&#xFC;ge zu Spielend Lernen, Vom Web 2.0 zum Web 3D, Eingeborene Digitaliens:

</p><p>Spielend Lernen (S. 78ff.)

Zum Zwecke von Forschung und Bildung sind die synthetischen Welten sehr n&#xFC;tzliche Werkzeuge. Man kann sie auch als eine Petri-Schale f&#xFC;r Soziologen verstehen, Gruppenverhalten und Massenph&#xE4;nomene lassen sich sehr genau beobachten und in Zahlen ausdr&#xFC;cken. Society in a Nutshell.<br/>
Aus diesem Grunde haben bereits zahlreiche Klassen amerikanischer Colleges, haupts&#xE4;chlich Soziologen, Versuchsreihen in Second Life gestartet. (...)


Die Lernerfolge, die mit dem Einsatz synthetischer Welten erzielt werden, sind enorm. Online-Rollenspieler verf&#xFC;gen nachweislich &#xFC;ber ein deutlich verbessertes r&#xE4;umliches und strategisches Denken. Sie haben sehr viel schnellere Reaktionszeiten als der Durchschnitt der Bev&#xF6;lkerung, und sie sind es gewohnt, selbst in Stresssituationen komplexe Aufgaben zu bew&#xE4;ltigen. Durch die Organisation in Gilden erlangen sie ein hohes Mass an Teamf&#xE4;higkeit und F&#xFC;hrungskompetenz. All dies passiert nebenbei, und ohne als Ausbildung wahgenommen zu werden.<br/>
Man spricht von dem Ph&#xE4;nomen als accidental learning, quasi versehentlichem Lernen durch spielerische Abl&#xE4;ufe. Das Management komplexer &#xF6;konomischer Zusammenh&#xE4;nge wird durch Strategiesimulationen zum Kinderspiel, Fachsprachen und technisches Know-how werden nebenbei verinnerlicht. Auch Erwachsene lernen am schnellsten &#xFC;ber die gesteigerte Aufmerksamkeit am Spiel.


Es gibt zahlreiche M&#xF6;glichkeiten und auch bereits Feldversuche, die 3D-Plattformen f&#xFC;r das E-Learning einzusetzen. Die Hausaufgaben f&#xFC;r den Geschichtsunterricht von Morgen k&#xF6;nnten etwa folgendermassen lauten:
"Logge dich auf dem Server 'antikesRom.edu' ein, bilde Teams mit Deinen Klassenkameraden und suche die geheimen Aufzeichnungen von Julius C&#xE4;sar. Die Bewohner Roms werden Dir bei der Suche behilflich sein, doch sie sprechen nur Latein. Welches Team ist das schnellste?"
Arch&#xE4;ologen und andere Wissenschaftler aus aller Welt k&#xF6;nnten ihre Forschungsergebnisse auf zentralen, frei zug&#xE4;nglichen Servern als Modelle anlegen und der Bildung, aber auch anderen Forscherteams, zur Verf&#xFC;gung stellen. Es entst&#xFC;nde eine perfekte Symbiose.

&#xA0;
Vom WEB 2.0 zum WEB 3D (S. 82ff.)

So &#xFC;berstrapaziert das Wort Revolution auch sein mag: In unserem Umgang mit den Medien findet gerade eine solche statt, eine vollst&#xE4;ndige Umw&#xE4;lzung der medialen Achitektur. Diese Revolution wurde ausgel&#xF6;st durch den Zugang einer breiten &#xD6;ffentlichkeit (der Masse) zu medialen Produktionsmitteln und Vertriebswegen. (...)<br/>
<br/>
Durch die technischen Errungenschaften von Filesharing, Wikis, Blogs, Vlogs, und Podcasts entdecken nun breite Schichten der Bev&#xF6;lkerung ihr Sendungsbewusstsein und schaffen so eine Gegen&#xF6;ffentlichkeit, an der die alten Massenmedien nicht mehr vorbei kommen.


In Schweden, wo die&#xA0;Breitbandnetze ebenfalls sehr weit ausgebaut sind,&#xA0;ist <a href="http://edublog-phr.kaywa.ch/mobile/exturl/http/www.lunarstorm.se">Lunarstorm</a> die beliebteste Community-Plattform. 85 Prozent der Schweden zwischen f&#xFC;nfzehn und zwanzig Jahren sind Mitglied. Insgesamt besuchen im Monat vier Millionen Nutzer die Seite, das ist fast die H&#xE4;lfte aller Schweden.


Die multimediale Nabelschau ist zum Volkssport geworden; Talk Shows und Reality TV waren nur eine kurze &#xDC;bergangsphase, noch in der alten Struktur.


Angesichts dieser v&#xF6;llig neuen Medienarchitektur liegt die grosse Herausforderung darin, verl&#xE4;ssliche Filter und Bewertungssysteme f&#xFC;r die, wie Pilze aus dem Boden spriessenden, Sender zu entwickeln, und dem Empf&#xE4;nger eine bewusste Wahl hochwertiger Inhalte zu erm&#xF6;glichen. Bew&#xE4;ht haben sich dabei bislang User Ratings und redaktionell betreute Portale. Ohne die menschliche Komponente finden die Suchmaschinen immer nur die popul&#xE4;rsten Seiten, den kleinsten gemeinsamen Nenner.


Doch, was bedeutet jetzt WEB 3D?
W&#xE4;hrend der Teil des Netzes, der ein informative Aufgaben erf&#xFC;llt, aller Wahrscheinlichkeit nach zweidimensional (und damit &#xFC;bersichtlicher) bleiben wird, setzt sich das Unterhaltungsangebot in der dritten Dimension fort. Das innovative Konzept hinter Second Life bildet die Keimzelle einer neuen Art im Internet zu surfen. (...) In Second Life geschieht das &#xFC;ber so genannte Slurls, Adressen die der Nutzer eintippt, um sich direkt zu Orten zu beamen.


Im WEB 3D verschmelzen die oben beschriebenen Entwicklungen zu einer einzigen Erfahrung. Es ist gleichermassen Kontaktb&#xF6;rse, B&#xFC;hne, Freizeitpark, Sandkasten, Spielplatz, Arbeitsplatz, Nachtclub, Showroom, Kino, Galerie und Shopping-Center.

&#xA0;
Eingeborene Digitaliens (S.89ff.)

Die Beschleunigung.<br/>
Die Intervalle in denen einzelne Medien die Vorherrschaft besitzen, sind einer kontinuierlichen Verk&#xFC;rzung unterworfen. Dauerten sie anfangs noch Jahrhunderte (Gutenberg Galaxie), oder zumindest noch viele Jahrzehnte (Fernsehen), so finden heute die Umbr&#xFC;che innerhalb einzelner Generationen statt. (...) Und ein Ende der Beschleunigung ist nicht in Sicht. Die Kinder von heute spielen bereits v&#xF6;llig andere Spiele als die Kinder vor f&#xFC;nf Jahren. Sie sprechen eine eigene Sprache und kommunizieren in internationalen Netzwerken, ihr Lebensmotto k&#xF6;nnte lauten: "Ich chatte, also bin ich."


Die Geschwindigkeit, mit der sich die Paradigmenwechsel vollziehen, ist jedoch zu gross um von einer Generation, die durch einseitige Massenmedien gepr&#xE4;gt wurde, wirklich verstanden zu werden.<br/>
<br/>
Die heutigen Mediennutzer zerfallen in drei Gruppen:<br/>
- digital natives<br/>
- Zugezogene<br/>
- Fremde in Digitalien
Die Frage ist, ob sich unsere Kommunikation auf dem Niveau&#xA0;konsolidiert, oder ob sich die galoppierende Fragmentisierung unserer Gesellschaft in diesem Tempo fortsetzt.

&#xA0;
LOGOUT (S. 111ff.)

Der Pr&#xFC;fstein der k&#xFC;nstlichen Welten muss aber immer die Frage nach dem Nutzen f&#xFC;r die Gesellschaft ausserhalb der Computersimulation sein. Sollte es nicht gelingen, Erfahrungen, Kontakte und Wissen in die dingliche Welt zu &#xFC;bertragen, so bleiben sie gef&#xE4;hrliche Scheinwelten - Opium f&#xFC;r das Volk. Sie bergen gleichermassen Chancen wie Risiken f&#xFC;r die kommenden Generationen. Und deshalb ist es so wichtig, sich mit ihrem Mechanismen auseinanderzusetzen, an ihrer Gestaltung mitzuwirken, Verantwortung zu &#xFC;bernehmen. Andernfalls gerinnt die Utopie sehr schnell zur Dystopie.

&#xA0;&#xA0;</p><p><small><a href="http://edublog-phr.kaywa.ch/mobile/game-based-learning/no-title-9.html">Kommentare</a>&#xA0;(0)
        <br/>Kategorie:&#xA0;<a href="http://edublog-phr.kaywa.ch/mobile/game-based-learning">Game Based Learning</a><br/></small></p><p><a href="http://edublog-phr.kaywa.ch/mobile/p778.html">&#xAB; zur&#xFC;ck</a>
	   	 &#xA0;|&#xA0;
	   	 <a href="http://edublog-phr.kaywa.ch/mobile/p775.html">weiter &#xBB;</a></p><p align="center"><br/>- KOMMENTAR VERFASSEN -</p><p><fieldset>Name<br/><input name="commentauthor" emptyok="true"/><br/>Email<br/><input name="commentauthoremail" emptyok="true"/><br/>Url<br/><input name="commentauthorurl" emptyok="true"/><br/>Kommentar<br/><input name="commentcontent" emptyok="true"/><br/></fieldset><br/><anchor><go href="http://edublog-phr.kaywa.ch/mobile/game-based-learning/no-title-9.html" method="post"><postfield name="ID" value="776"/><postfield name="action" value="moblog"/><postfield name="moblog[comments][comment_author]" value="&#36;commentauthor"/><postfield name="moblog[comments][comment_author_email]" value="&#36;commentauthoremail"/><postfield name="moblog[comments][comment_author_url]" value="&#36;commentauthorurl"/><postfield name="moblog[comments][comment_content]" value="&#36;commentcontent"/><postfield name="moblog[comments][comment_autobr]" value="on"/><postfield name="moblog[comments][_submit]" value="OK"/></go>OK</anchor><br/></p><p align="center">- NAVIGATION -</p><p><a href="/mobile">Weblog Home</a><br/><a href="/mobile/latestcomments">Letzte Kommentare</a><br/><a href="/mobile/all">Kategorien</a><br/><a href="/mobile/galleries">Galerien</a><br/><a href="/mobile/blogroll">Links</a><br/><a href="/mobile/archive">Archiv</a><br/><a href="#top">Nach oben</a><br/><a href="#bottom">Nach unten</a><br/><a href="/mobile/about">&#xDC;ber mich</a><br/></p><p align="center">- META-NAVIGATION -</p><p><a href="http://home.kaywa.com/mobile">Portalog Home</a><br/><a href="http://register.kaywa.com/mobile">Registrieren</a><br/><a href="http://help.kaywa.com/mobile">Hilfe</a><br/><a href="http://about.kaywa.com/mobile">Impressum</a><br/><a href="http://tos.kaywa.com/mobile">AGB</a><br/></p><p>&#xA9; 2004-2006 Kaywa AG. Alle Rechte vorbehalten.</p></card></wml>
